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China

Innere Landnahme :: 三国

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Manchmal ist man einfach da.

Und das war man in Thailand.  Das Zusammenfallen von Ideal und Echt ist in des Autors Leben so oft der Fall wie eine totale Sonnenfinsternis. Aber halt, da war ja was. Was uns der 22. 7. 2009 in knappen fünf Minuten bringt, hat Thailand ein paar Tage gewährt. Am weißen Strand in der einen Hand die Kokosnuß, in der anderen der lang ersehnte Schmöker, fühlt man sich dem 慢生活, dem wahrlich ersehnten und stets fest unterdrücktem beschaulichen Leben ungefähr 74% näher.

Dem notorischen Maximizer ist es kein Leichtes, den Turbotourismus zu fliehen. War aber nicht ganz so häßlich, wie es klingen mag: die Gefährten des Autors leisteten in Sachen Schönheit wiewohl Kuriosität ganze Arbeit und Thailand, Malaysia und Singapur brachten den schrägsten Hintergrund hiefür.

Nach dem festschinesischen Frühlingsfest geht es über 广州 zunächst in die Stadt des Mister Meier. Ihn gibt es dort in rauhen Massen, je nach Entgleisungsrichtung überaltet für derlei Aktivität, überwärmt oder im besten Fall einfach ganz weit weg von unserer endokrinen Ideenwelt.  Bangkok ist schon fesch, man wird satt mit beachtlich geringer Glutamatuntermischung, und insgesamt ist’s 好玩 hier. Wer den Schritt aus China heraus tut, wird aber feststellen, daß die Bereisbarkeit der Welt, vielleicht Nordkorea ausgenommen, eine ganz lobenswerte  ist. Also mal so richtig den Globalisierungskapitalisten spielen und mit offenem Mund, halboffener Geldkatze und enger Stirn durch die erwählten 三国.

Nepomuk, Du kennst Dich aus.

So sieht’s in 广州 aus - neben niederträchtigen Wegelagerern, verderbten Burglarn und miefenden Taschendieben - so die fama - eigentlich fesch:

Weiter geht’s nach Bangkok, man steigt auf seriöseste Empfehlung im billigsten Hotel ab, das, wie einschlägige Nachfragen der Taximenschen langsam klar machen, im erwärmtesten Viertel der Stadt liegt. 没关系, Billigkeit ist sein bestechend Asset. Was bleibt zu sagen: Thailand bringt’s, zwar auf die touristische, doch erahnt man Großes im diesmal nicht bereisten Norden des Landes, wo die Zeitverlaufgeschwindigkeit sich in Nachbarschaft österreichischer Autobahnsanierungsgeschwindigkeit wähnt.

Hernach der Zug nach Penang, Malaysia. Ein Potpourri rustikaler Stimmungsbilder [©Woifi, 好久不见了].

Nun, Penang, vollkommen stochastisch ins Itinerary aufgenommen, zählt. Da gibt’s Affen, Laksa-Süppchen, kolonialzeitliche Schrägseilbahn und versäumte Anschlußzüge. Hach, das war Zorn, werter Reisegefährte, der du Inder das nicht lesen kannst. [Dafür hast du in Woodpoint Checkpoint büßen müssen, ha!] Das Inselchen Penang ist eine Woche wert, wir eifrige Studenten, deren einziger Mangel in Südostasien die Zeit ist, bringens auf oberflächliche 2 (in Worten: zwei) Tage.

Im eisgekühlten Entsatzbus wird Kuala Lumpur angereist. Nur kann man das Klimading nicht deaktivieren, denn wer die Finanz für einen konditionierten Bus aufbringt, der hat das auch durchzustehen. Der tägliche Import selbstgemachter Lungenentzündungen nach KL muß Malaysias Volkswirtschaft schon ganz fein derangieren, denkt man, und hüllt sich mumiesk in vier Handtücher. Und überlebt. Drei Tage KL zeigen ein beachtliches Neben- und Miteinander von Moslems, Indern, Chinesen, Malayen, wie man es sich als klakariada Europäer nicht vorstellen mag. Wir Ösis kommen in Bombenstimmung, wenn ein Ortsschild nicht alleinig toitsch uns belehrt, hier krachts vielleicht auch hie und da, aber das daily business hat ein friedlich Flair, das uns unvorstellbar ist. Ist Malaysia eine Nation?

Zuletzt pflichtbewußt nach Singapur. 只一个人, Singapurs Visa gelten ab Ausstellungsdatum, nicht Einreisedatum. Das hat unser Reisegefährte Dottore Dipak etwas wenig beachtet, sodaß seine Begleitung um vier Uhr früh in Woodpoint  Checkpoint, dem Grenzübergang Malaysia–Singapur endet. Aber immerhin gewährt man ihm eine Rückreise nach KL…

Tief oversea-Luft holen, dann macht China auch wieder Spaß. In diesem Sinn steht dann bald wieder eine chinesische Geschichte an. Vielleicht auch einmal etwas mit Substanz!

Und: Hey, her mit den Kommentaren!

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3 Responses to “Innere Landnahme :: 三国”

  1. Mai 12th, 2009 at 16:57

    flo says:

    ich habe tränen gelacht …
    berichterstattung und photos in gewohnt hoch-qualitativer art-und-weise!

    bis bald peterle!

  2. Mai 15th, 2009 at 15:02

    Michi says:

    sehr resch habt ihr da das innere land ohne groebere verluste genommen. Wie aus dem protokolle hervorgeht keine weiteren ausfälle bis auf Dottore Dipak, welcher ein opfer der bürokratie wurde.
    Die Fotos sind qualitäts- und motivmäßig derart gut, dass es mich erstaunt sie noch nicht im National Geographic gesehn zu haben.
    Grüße aus burgenland
    michi

  3. Juni 10th, 2009 at 04:10

    florian friedrich says:

    Du faszinierst mich immer wieder….. rhetorisch, grafisch sensationell!! weiter so ;-) g auf bald flo

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